Archiv des Autors: Daniel Gumbert

Lovecraft Ankündigung

LOVECRAFT
06.06. – 31.08.2019
Bernhard Knaus Galerie


Eine Frau steht mit ausgebreiteten Armen in der Brandung. Ihr Blick fixiert den Horizont, an dem ein gehörntes Wesen erschienen ist. Es vereint die Merkmale eines Hirsches, eines Vogels, eines Pferdes in einem gewaltigen Körper. Die Flügel des Wesens heben sich synchron zu den Armen der Frau, als teilten sie eine geheime Sprache und tiefe Verbindung. 

Der Titel dieses Gemäldes ist der Titel der Ausstellung: Lovecraft. Die geistige Nähe zum sogenannten Vater des phantastischen Horrors H. P. Lovecraft gründet sich sowohl im Schaffen von Mythen und betretbaren, verstörend-schönen Welten als auch im Übersetzen von Gefühlen in ein narratives Bild. Lovecraft kämpfte Zeit seines Lebens um die Anerkennung seines Werkes als Literatur und war ein von der Arbeit Besessener, der sich an den tiefen Fragen zur Existenz und dem Trauma der sowohl gesellschaftlichen als auch intellektuellen Ablehnung abarbeitete. Beides ist für Heinke nicht nur nachvollziehbar, sondern gehört zum täglichen Repertoire. So finden sich in seinen Gemälden verwunschene Rückzugsorte, an denen sich die Ausgestoßenen zusammenfinden. Nichts davon ist eskapistisch zu deuten, sondern beschreibt sowohl schöpferische Einsamkeit als auch intime Momente von Beziehungen, die von außen missverstanden werden. Allen ist gemein, dass sie ruhige Augenblicke markieren, bevor der Kampf gegen die zynische und durch Egoismus geprägte Welt wieder hervorbricht. 

Übersetzt man den aus zwei Worten zusammengefügten Namen Lovecraft, so ergibt sich „Liebe“ und „Handwerk“. Bei Florian Heinke verbinden sich diese beiden Begriffen als Grundlage seiner Gemälde. Viel braucht er dabei nicht, ihm genügt schwarze Ölfarbe und Leinwand, um seine Welten entstehen zu lassen. 

Das Medium ist hier nicht die Botschaft, sondern Träger des geistigen Inhalts. Inhalte, die sich aus Erfahrungen bilden, aus Gesprächen und den immer gültigen Urgefühlen Liebe, Wut und Angst. 

Die letzten zehn Jahre seines Schaffens in Acryl sind in zwei Künstlerbüchern porträtiert und die Planungen für Buch Nummer drei für die neue Phase in Öl laufen bereits. Florian Heinkes Gemälde sind in zahlreichen nationalen und internationalen Sammlungen vertreten.

(Dr. Christiane Starck)